Warum Nigeria?

Warum ist es so wichtig, in Nigeria zu helfen?

Mit derzeit etwa 200 Millionen Menschen ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas, das auch gerne als der “Riese Afrikas” bezeichnet wird.

Bei einer Geburtenrate von 5,5 Kindern pro Frau wächst nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Armut stetig an.  Im Jahr 2018 wurde Nigeria zum Land mit dem größten Bevölkerungsanteil, der in extremer Armut lebt (87 Millionen Menschen).

Die ohnehin geschwächte öffentliche Infrastruktur gerät unter einen immer größer werdenden Druck. Die Grundversorgung im Bereich Gesundheit und Nahrung ist für einen Großteil der Bevölkerung nicht gesichtert.
Das Land ist bisher nicht in der Lage, seine reichen Ölreserven zur erfolgreichen Armutsbekämpfung zu nutzen. Korruption, Gewalt, ethnische und religiöse Konflikte sind die Haupthindernisse für ein besseres Leben der nigerianischen Bevölkerung. Die Aktivitäten islamistischer Terroristen, Übergriffe bestimmter Stammesgruppen und andere kriminelle Elemente im Land haben zu einer enormen humanitären Krise geführt, die weiterhin andauert.

Eine beträchtliche Anzahl von Nigerianern braucht Hilfe und wird es wahrscheinlich noch lange brauchen.

Bildung als Schlüssel

Zudem sehen wir uns vor einer weiteren großen Herausforderung, die das Land langfristig in eine noch größere Krise zu führen droht:
Die zukünftigen Generationen Nigerias sind schlecht ausgebildet.

UNICEF schreibt: “Jedes fünfte Kind der Welt, das nicht zur Schule geht, ist aus Nigeria.“ Obwohl die Grundschulbildung offiziell kostenlos und verpflichtend ist, gehen etwa 10,5 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren nicht zur Schule. Nur 61 Prozent der 6-11-Jährigen besuchen regelmäßig die Grundschule, und nur 35,6 Prozent der Kinder im Alter von 36-59 Monaten erhalten frühkindliche Bildung.

Doch auch für die Kinder, die eine Schule besuchen, ist die Effektivität des Unterrichts nicht gesichert. Da die Bildungsbudgets mit jedem Jahr weiter sinken, bieten öffentliche Schulen schon lange nicht mehr das nötige Umfeld für das Erlernen von Grundfertigkeiten wie Rechnen, Schreiben und Lesen. In den Städten nimmt die Zahl der privaten Bildungseinrichtungen zu, die versuchen, den Erwartungen der aufstrebenden Mittelklasse-Bevölkerung gerecht zu werden. Davon profitieren allerdings nur Kinder, deren Eltern es sich leisten können.

Die Armut und der schlechte Zustand des Bildungswesens in Nigeria erschaffen ein Heer junger Menschen ohne Orientierung, Hoffnung und Träume für die Zukunft.